Offizielle Städtepartnerschaft

Als die Chamer die Grenze nach Belgien passierten, riss die düstere Wolkendecke auf und strahlender Sonnenschein begleitete die Reisenden aus der Oberpfalz bis zum Ziel. Und das war die Gemeinde Zele in der Provinz Ostflandern – die neue Partnerstadt der Chamer. Rückblickend darf man die Wetterlage als ersten Fingerzeig deuten auf einen Empfang und eine Gastfreundschaft, wie sie herzlicher und wärmer nicht ausfallen konnten. Eine Partnerschaft mit Herz und Zele – wird  „Seele“ ausgesprochen – eben. 26 Chamer hatten sich in aller Herrgottsfrühe mit einem Bus auf den Weg nach Belgien gemacht. Mit dabei waren neben Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtrates auch Mitglieder des FMC, eine Abordnung der Kolpingmusik sowie weitere Chamer Bürger.

 



Der Weg hin zur offiziellen Partnerschaft zwischen Cham und Zele war in zweifacher Hinsicht weit. Zum einen, weil beide  Städte rund 780 Kilometer voneinander entfernt liegen, zum anderen, weil bereits 1973 erste private Kontakte zu der Gemeinde in der belgischen Region Ostflandern geknüpft worden waren. Die Initiative ging damals von den Maristen aus, die in beiden Städten Schulen unterhielten und vor 37 Jahren den 5. Europakongress ehemaliger Maristenschüler in Zele ausrichteten. Damals entwickelten sich viele  freundschaftliche Bande, die bis heute Bestand haben und von beiden Seiten intensiv gepflegt werden. Aber es sollte Jahrzehnte dauern, bis die Zeit reif war.

Im August 2010 reiste die erste offizielle Delegation aus Belgien im Hinblick auf die neue Partnerschaft in die Stadt am Regenbogen. Dieser Besuch im Sommer war als erstes Kennenlernen und Arbeitstreffen gedacht, um den Festakt zur offiziellen Besiegelung der Städtepartnerschaft vorzubereiten.

 



In Zele angekommen war das erste Ziel am Freitagabend das Zentrum für Erwachsenen-Unterricht, wo sich bereits ein großes Empfangskomitee eingefunden hatte. Allen voran der „Belleman van Zele“, eine Art Ausrufer im historischen Gewand, der die Ankunft der Chamer originell und charmant  „einläutete“. Auch Bürgermeister Patrick Poppe und seine Verwaltung waren zur Stelle und begrüßten ihre Gäste. Und weil die Liebe immer auch ein wenig durch den Magen geht, wurden die Gäste ausführlich und mehrgängig in die regionale Küche eingeweiht. Inklusive einer kleinen Einführung in die Vielfalt belgischer Biere und Schoko-Pralinen. Am Ende eines langen Abends waren zwei Regionen, die auf der Landkarte hunderte von Kilometern voneinander entfernt liegen, sich zwischenmenschlich  um einiges näher gekommen. Selbst die sprachlichen Barrieren waren überwindbar, zumal viele Begriffe aus dem Flämischen den entsprechenden deutschen Begriffen recht ähnlich sind. Und wenn Not am Mann war, fanden sich immer hilfsbereite Übersetzer. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ allerdings die herzliche Gastfreundschaft der Flamen, die den Chamern das Gefühl vermittelte, selbst weit entfernt von der Heimat „zuhause bei Freunden“ zu sein.

 



Am Samstag war dann der eigentliche Festakt der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden im Rathaus von Zele. „Städtepartnerschaften sind immer auch Geschichten von Menschen“; sagte der Zeler Bürgermeister Patrick Poppe in seiner Festrede, während Bürgermeisterin Karin Bucher an den Überfall Deutschlands auf Belgien erinnerte, aber auch an die Freundschaft beider Städte über die Maristen und die Tanzgruppe Koreo Piko. Diese gestaltete nach der Unterzeichnung auch die öffentliche Feier vor dem Rathaus. Dabei wurde mit dunklem belgischen Bier angestoßen und eine extra zum Festakt kreierte Praline von Tom D’Hooge probiert. Der Pralinier ist der Neffe der Chamerin Christine Wagner-D’Hooge. Eine Stadtrundfahrt, der Besuch des Heimatmuseums, ein festliches Abendessen und der Abschiedsempfang am Sonntag im Pius-X-Institut schlossen die Reise der Chamer Delegation nach Zele ab.

Aktuelles

Termine

Katzberger Straße 5
93413 Cham
0 99 71 20 07 34

E-Mail: fmc.maristen@googlemail.com

Freunde der Maristen-Realschule Cham e. V. auf Facebook

Impressum

  Landkreis Cham Google Maps